Geschichte des Ev. Altenheim Wahlscheid e.V.

Gründungsphase

27. Mai 1903

Das Stifterehepaar Mathilde und Wilhelm Frackenpohl (Archivbild)
Das Stifterehepaar Mathilde und Wilhelm Frackenpohl (Archivbild)

Frackenpohlstiftung: Wilhelm Frackenpohl aus Lohmar-Kreuznaaf schenkt der Evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid ein Wohnhaus an der Wahlscheider Hauptstraße, im Aggerhof, mit Garten- und Ackerland (26 Ar), verbunden mit 10.000 Mark. Die Stiftung soll zum Gedächtnis seiner verstorbenen Frau Mathilden-Stift genannt werden. Stiftungszweck nach § 1: „ …würdigen Alten, Schwachen und Kranken der Kirchengemeinden Wahlscheid und Honrath so wie der katholischen Kirchengemeinde Neuhonrath Aufnahme zu gewähren.“ Nach § 3 soll der jeweilige Pfarrer von Wahlscheid Vorsitzender des Stiftungsvorstandes sein, zu dem auch der Bürgermeister von Wahlscheid, ein Mitglied der Familie Frackenpohl, der Pfarrer von Honrath und ein Mitglied des Presbyteriums Wahlscheid gehören.
Das Mathildenstift (Archivbild)
Das Mathildenstift an der Wahlscheider Straße (Archivbild)

6. Juni 1903

Pfarrer Reinhold Burbach (Archivbild)
Pfarrer Reinhold Burbach (Archivbild)

Pfarrer Reinhold Burbach (Vorstandsvorsitzender von 1903 bis 1909), die Kirchmeister Haas und Otto sowie Wilhelm Frackenpohl unterschreiben bei Notar Dr. Ridder in Siegburg den Schenkungsvertrag.

1909 – 1949

Pfarrer Wilhelm Kauert (Vorstandsvorsitzender von 1909 bis 1949) sorgt in schwierigsten Zeiten dafür, dass hilfebedürftige alte Menschen im Mathildenstift im Sinne des Stifters nach den Möglichkeiten dieser Zeit eine entsprechende Unterstützung finden.

Pfarrer Wilhelm Kauert (Archivbild)
Pfarrer Wilhelm Kauert (Archivbild)

Nachkriegszeit

28. April 1950

Das im Krieg stark beschädigte alte Mathildenstift soll in Stand gesetzt und wieder in Betrieb genommen werden. Mittlerweile hat der neue Pfarrer Fritz Pleuger den Vorstandsvorsitz übernommen.

Pfarrer Fritz Pleuger (Archivbild)
Pfarrer Fritz Pleuger (Archivbild)

19. Mai 1950

24.672,40 DM Instandsetzungskosten schätzt Baumeister W. Heuser aus Siegburg.

14. Februar 1951

Das alte Mathildenstift soll nicht restauriert, sondern an anderer Stelle neu gebaut werden. Diese Entscheidung treffen der Stiftungsvorstand, das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid, die Kommunalgemeinde Wahlscheid und die Kreisverwaltung gemeinsam. Neuer Ort: auf dem Rösemig. Finanzierung: Reparationsmittel für im Krieg zerstörte Kirchengebäude sowie der Verkaufserlös des alten Mathildenstifts.

22. Juli 1951

Grundsatzdiskussion über die zukünftige Trägerschaft: alte Mathildenstiftung oder neuer kirchlicher Verein? Kirchengemeinde, Kommunalgemeinde, das landeskirchliche Hilfswerk, die landeskirchliche Innere Mission und die Kreisverwaltung verhandeln über Stunden kontrovers. Schließlich favorisieren sie, wegen kürzerer Entscheidungswege und der Möglichkeit von Haftungsbegrenzungen, den eingetragenen Verein. Klare einvernehmliche Position: Die Satzung des neuen Vereins muss gemäß der Mathildenstiftung sicherstellen, dass die Kirchengemeinde Wahlscheid für den Verein maßgeblich bleibt.

2. August 1951

Der neue Evangelisches Altenheim Wahlscheid e.V. wird ins Vereinsregister eingetragen.

1951 – 1959

Vereinigung von Stiftung und Verein, vom Presbyterium und Stiftungsvorstand zwischen 1951 und 1959 immer wieder gewünscht, ist aus rechtlichen Gründen nur schrittweise möglich. Erst Mitte der 70er Jahre kann die Stiftung endgültig in den Evangelisches Altenheim Wahlscheid e.V. aufgehen.

14. Dezember 1951

Einweihung des Neubaus des Evangelischen Altenheims Wahlscheid am Rösemig durch Oberkirchenrat Schlingensiepen. 56 alte Menschen finden ein neues Zuhause.

31. Mai 1953

50 Jahre Mathildenstift: Festgottesdienst und Kranzniederlegung am Grab von Wilhelm Frackenpohl

Erweiterung und Ausbau

21. Juli 1959

Einweihung des ersten Erweiterungsbaus (1956 – 1959).

1961 – 1964

Bau eines Wohnheimes für Schwestern und Mitarbeiter.

31. Juli 1965

Einweihung der Kapelle ‚Zum Guten Hirten’.

1969 – 1970

Bau eines Geschäftsführerhauses mit Einliegerwohnung für Pflegekräfte.

16. April 1972

Einweihung des zweiten Erweiterungsbaus. Die von 1969 – 1972 dauernde Baumaßnahme schafft 15 weitere Wohn-und Pflegeplätze.

9. Oktober 1981

Einweihung des umfassenden Neu- und Umbaus (1977- 1981). Das Evangelische Altenheim Wahlscheid bietet jetzt 112 moderne Wohn- und Pflegeplätze sowie ein attraktives Schwimmbad mit medizinischer Badeabteilung.

10. Februar 1984

Pfarrer Reinhard Bartha übernimmt den Vorstandsvorsitz von Pfarrer i.R. Fritz Pleuger.

Pfarrer Reinhard Bartha (Kirchengemeinde Wahlscheid)
Pfarrer Reinhard Bartha (Kirchengemeinde Wahlscheid)

1985 – 1986

Bau und Fertigstellung von 34 Altenwohnungen in Form eines kleinen Dorfes. Planung und Baubegleitung erfolgen wie auch die des Geschäftsführerhauses, des zweiten Erweiterungsbaus sowie des umfassenden Neu- und Umbaus von 1977 bis 1981 zur großen Zufriedenheit des Vorstandes durch Architekt Wilhelm Gatzweiler aus Donrath.

1994 – 1998

Pflege 2000 – Erarbeitung einer Milieukonzeption mit umfassenden Beratungen von Vorstand und Beirat durch das Diakonische Werk in Düsseldorf und das Kuratorium Deutsche Altenhilfe in Köln.

1994 – 1995

Bau und Fertigstellung der Cafeteria mit Wintergarten durch das Architektenbüro Michael Bruckner.

1996

Bau und Einweihung der Abschiedskapelle.

16. Juni 2002

Die Domain altenheim-wahlscheid.de wird reserviert. Ein erster Entwurf für eine Website wird erstellt, damit pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum eine angemessene Präsenz im Internet bereit steht. Der damalige Entwicklungsstand ist im Web-Archiv verfügbar.

19. Oktober 2002

Herr Ernst Hohn trägt durch große Spendenbereitschaft und seinen Nachlass wesentlich zur Verwirklichung hoher Wohnstandards im Evangelischen Altenheim Wahlscheid bei.

Zwei moderne Einrichtungen

12. Oktober 2003

Einweihung des umfassenden Neu- und Umbaus (1999 – 2003) des Evangelischen Altenheims Wahlscheid. Die Gesamtkosten, der sich in drei Bauabschnittenvollziehenden Maßnahme, betragen neun Millionen Euro. Planung und Baubegleitung: Architekt Michael Bruckner. Als eines der größten öffentlichen Niedrigenergiehäuser in Deutschland ist das Evangelische Altenheim Wahlscheid mit seinen neuen, großzügigen 95 Einzelzimmern und 12 Doppelzimmern, seinen Qualitätsmanagementsystemen und der modernen Architektur erneut zukunftsweisend.

Niedrigenergiehaus Ev. Altenheim Wahlscheid
Zertifikat Niedrigenergiehaus Evangelisches Altenheim Wahlscheid

12. Oktober 2003

100 Jahre Mathildenstiftung: Festwoche, Kunstausstellungen und Gesprächsforen. Die zum Jubiläum herausgegebene Festschrift „Wendepunkte“ sowie das Programm der Festwoche können sie herunterladen.

31. Oktober 2004

Fahrstuhlturm des Evangelischen Altenheim Wahlscheid von der Wahlscheider Straße aus am 29. April 2015 (CC BY-SA Hermann Wenzel)
Fahrstuhlturm des Evangelischen Altenheim Wahlscheid von der Wahlscheider Straße aus am 29. April 2015 (CC BY-SA Hermann Wenzel)

Mit der Einweihung des Fahrstuhlturms ist ein barrierefreier Zugang vom Evangelischen Altenheim Wahlscheid zur Wahlscheider Straße möglich. Der Fahrstuhl wird nicht nur von Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden, sondern auch von Besuchern und Anwohnern intensiv genutzt.

3. März 2006

Das Evangelische Altenheim Wahlscheid wird Bestandteil der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlscheid#Evangelisches_Altenheim_Wahlscheid_(Mathildenstift).

8. September 2007

Tag der offenen Tür im Evangelischen Altenheim Wahlscheid anlässlich des 450-jährigen Jubiläums der Evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid.

1. Oktober 2008

Eröffnung des Evangelischen Altenheims Lohmar, erneut nach den Plänen von Architekt Michael Bruckner. Im ersten von zwei geplanten Bauabschnitten wird ein familiärer Wohnbereich mit 26 Plätzen errichtet.

1. September 2014

Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts im Evangelischen Altenheim Lohmar. Das Haus wird von 26 auf 77 Plätze erweitert.

11. April 2015

Plakat zur Einweihung des Evangelischen Altenheims Lohmar am 11.04.2015
Nach der im Vorjahr erfolgten Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts wird das Evangelische Altenheim Lohmar feierlich eröffnet. Wir „präsentieren, wie Menschen heute in einer modernen, barrierefreien Alteneinrichtung durch entsprechende bauliche Vorkehrungen und mit entsprechender Assistenz weiterhin weitgehend selbstbestimmt leben können“.

Ein Platz zum Leben